Wie man zu einer Frau kommt
Hat man Gelegenheit, dem Schrättlig etwas nachzuwerfen, so muss er bleiben. Ein junger Bursche tat das und schloss hierauf das Fenster, durch welches der Schrättlig gekommen war. Er suchte ihn auf dem Boden; da lag aber nur ein Strohhalm. Der Bursche hob diesen auf, um ihn zu zerbrechen und zum Fenster hinauszuwerfen. Da ward aus dem Strohhalm ein schönes Mädchen. Der Bursche fand Gefallen an ihm und nahm es unbedenklich zur Frau. Er musste aber stets das Fenster, durch welches seine Ehegattin gekommen war, geschlossen halten; sie konnte nur durch dieses entfliehen. Der Mann glaubte, die Kinder werden die Mutter an das Haus binden; aber da irrte er sich. Wie er einst das Fenster öffnete, floh sie fort und kam nicht wieder.
A. Sprenger
Quelle: Sagen des Kantons St. Gallen, Jakob Kuoni, St. Gallen 1903, Nr. 319, S. 178f
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.