Das Gespenst bei Bietenbolz
Das Gespenst bei Bietenbolz
1918 erzählte einer, der bei dem Erlebnis dabei war, folgendes: Einmal fuhren wir, der T. und ich, nachts gegen 12 Uhr mit einem grossen Fuder Heu von Effretikon *) gegen Bietenholz. Da sahen wir in einer ebenen Riedfläche einen Gegenstand, der recht gespensterhaft aussah. Es war aber nur ein Rottännchen, dem der Wipfel fehlte. (Der Erzähler sagte nicht, ob es auf der Strasse stand, aber wir müssen es annehmen.) Im Interesse weiterer Passanten, berichtete er, haben wir das Tännchen mit der mitgeführten Axt beseitigt. Aber da wir weiterwollten, ging’s nicht. Die Pferde standen bockstill, waren nicht fortzubringen und richteten sich schliesslich in die Höhe. Nach einiger Zeit sahen wir dann ein mächtiges, schwarzes Tier mit faustgrossen feurigen Augen über den Weg gehen, und als es verschwunden war, konnten wir weiterfahren.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Oberland
Nach Gchr. Brotten 1917.
*) Illnau-Effretikon (bis 1974 offiziell Illnau genannt, zürichdeutsch Illau), liegt im Kempttal
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.