Der starke Karli Furrer in Erstfeld
a) Zu einer Mutter in Erstfeld kam einst ein Heidenweiblein und streute ein Pulver in den gerösteten Mehlbrei, den sie ihrem Kind bereitet hatte. Da sagte die Mutter: »Tiämmer de nit eppis dri, dass mys Chind chrank wird uder stirbt!« Das Weiblein lächelte und meinte: »Nä näi! aber ä starchä Ma müess wärdä!« Und so geschah es. Es wurde der starke Karli Furrer, der ein »doppeltes Gnärv« hatte, und von dem man allerlei Kraftstücke erzählte. (Wird im Muotatal erzählt vom starken Martin Schelbert, mündlich.)
b) Ein grosser, starker Mann war auch der »grosse Gerig« im Streiwiriss, auch der Riese genannt. Einst führten sie ihn an einer Kette nach Schwyz, wo ein Scheiber und die Gebrüder Stiger als Kraftmenschen bekannt waren. Mit diesen sollte er sich messen. Der Scheiber betrachtete den Gerig so von oben herab und meinte: »Wenn-er keini ander Mannä hennt z'Uri innä, so blybet däheimä!« Dann warf er ihn nach kurzem Ringen auf den Boden. Aber vor den verschiedenen starken Männern aus dem Geschlechte Furrer mussten auch die Schwyzer Respekt haben.
19. Jahrh. Fridolin Fischer
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.