Die Anfänge des Kapellenfonds ennet der Märcht
Einst blieb im Herbst ein weisses Rösschen des Landammann Megnet oder des Azarias Püntener von Altdorf in der Alp Fiseten zurück und wurde nicht mehr gefunden. Da sagte der Besitzer, er schenke es dem St. Anton, wenn es wieder zum Vorschein komme. Und wirklich im nächsten Frühling wurde es wieder gesehen, und als sie zu Gemsfeyer auffuhren, stellte sich das Rösschen ein. Der Besitzer hielt Wort und überliess es der Kapelle ennet der Märcht. Das war der erste Anfang zu einem Fundum dieses Gotteshauses.
Der zweite Baustein dazu bestand in einem ledernen Krontaler, den ein Mann aus dem Schächentaler Geschlechte der Brand schenkte.
Karl Gisler
Ein Herr hatte ein weisses Rösslein in der Fiseter-Hirte. Als er selbes am Herbst abholte, war es so mager, dass er es im Zorn in den Gemsfeyerwald hinunter trieb und da zurückliess. Im Winter fand es ein Jäger unter einer alten Hideltanne samt dem Fili, das es inzwischen geworfen hatte. Im Frühling schenkte man das Rösslein samt dem Jungen der Kapelle ennet der Märcht. Das war ihr erster Fond. Der ursprüngliche Besitzer aber wurde als Tierquäler bestraft.
Alois Imholz, Unterschächen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.