Der Untergang von Amsteg
Ein kleiner, lieblicher Bergsee am Abhang des Bristenstockes, nur durch ein schmales Felsenband vom Abgrund getrennt, wird einmal ausbrechen und die Gegend überschwemmen. Das habe einst ein fremder Herr im Gasthaus zum Engel in Amsteg, als er sich vom alten Engelwirt Zgraggen überfordert glaubte, prophezeit mit den Worten:
O Stägerloch, du Schinderloch!
Der Bristäsee vertreit di noch.
Seitdem habe der alte Engelwirt immer Angst gehabt vor dem Bristensee.
Nach anderer Aussage habe ein fahrender Schüler oder auch ein »Vynediger« obigen Spruch getan, als ihn die Steger auswundern wollten. Er habe auch gesagt, im Bristenstock tropfe jedes Jahr ein Goldklumpen in der Grösse einer Kegelkugel zusammen.
Maderanertal: Barbara Gnos
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.