Der Geist beim versenkten Brunnen
Im Port unter dem Hause im untern Baumgarten zu Bauen floss vor Zeiten ein guter, starker Brunnen. Da ging ein böses altes Meitli oder Müetterli aus dem benachbarten obern Baumgarten hin und versenkte ihn aus Hass oder Neid mit Quecksilber. Aber noch lange nach seinem Tode hat man es gesehen, in altmodischer Tracht, mit einem Korb auf dem Rücken, mit roten Strümpfen an den Füssen, in kurzem Röcklein und roter Fürscheibe, mit einem grossen altmodischen Schinhut auf dem Kopfe, neben dem versiegten Quell stehen und mit einem Stecken darin herumstochern. Ich glaube, es hätte ihn gerne wieder geöffnet, wenn es nur hätte können.
Marie Ziegler
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.