Die Wetterhexe zu Husen
Als einst Husenfränzels in Meien bei prächtigem Schoonwetter am Heu arbeiteten, kam ein Weibervolk in einem rot geringelten Stumpenrock und mit einem Strohhut auf dem Kopf durch die Gasse herauf, stand still und sagte: »Iähr meeget de nu eppä-n-ä chly uf Rickä-n-innä ha, äs chennt de nu eiswägs ander Wätter gä.« Sie aber lachten nur. Das Weibervolk verliess bald die Gasse und stieg durch ein Tälchen bergaufwärts und schwand den Leuten aus den Augen; der Himmel überzog sich, und von jenem Tälchen her kam ein grandioser Hagel, und die Rübi fuhr brüllend durch das Tälchen hinunter und überschüttete die Wiesen. (19. Jahrhundert.)
Frau Baumann, Meien, 70 J. alt
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 194
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.