Aus verwilderten Katzen
gibt es alte Hexen. Wenn eine Katze Brot frisst, sagt man in Isental: »Das isch ämel kei Häx.«
H. Aschwanden
Eines Abends hockte eine Katze auf einem Hagstecken, als ein bekannter, unerschrockener Bergführer vorbeiging. Dieser schlug mit den Worten: »Dü cheibä Häx müesch gwiß nu äwägg!« mit der geballten rechten Faust nach ihr und traf sie. Wer sich aber um keinen Zentimeter rührte, sondern ruhig auf dem tupfgleichen Posten hocken blieb, das war die Katze. Der Bergführer jedoch hatte am folgenden Morgen eine geschwollene Hand, und seitdem sind die Katzen sicher vor ihm (19./20. Jahrh.).
Frau Tresch, Lungenstutz; Jos. M. Epp, Etzlital, u.a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.