Mädchen und Katze
Als der Gerig Heiri von Spiringen aus dem Militärdienst nach Hause reiste, begleitete er eines Abends auf offener Landstrasse ein junges, hübsches und, wie er meinte, braves Mädchen. In der Nähe eines armseligen, einsamen Häuschens sagte ihm die Begleiterin auf einmal Ade. Sie müsse da einen Besuch machen, war ihr Bescheid. Heiri schaute ihr nach und sah mit Erstaunen, wie sie vor der Hütte das Gewand auszog, als Katze die Holzwand hinankletterte und durch eine Fensterlucke in das Firstkämmerchen verschwand. Da beschleunigte aber Heiri ganz wacker seine Schritte. Später vernahm er, dass in jenem Häuschen vier Hexen daheim seien.
Frau Baumann-Gisler, 52. J. alt
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.