Abenteuer mit Katzen
Ein lediger Schächentaler ging öfters zu einer Verheirateten in Attinghausen. Eines Abends geriet er in der Nähe des Galgenhügels in einen Haufen Katzen, die ihn zudringlich umgaben und begleiteten. Eine von ihnen tat sich besonders hervor und war ihm beständig in den Füssen. Er schlug mit dem Stocke drein, aber umsonst. Ein Fusstritt, mit dem er die freche bedachte, brachte zuletzt alle zum Verschwinden. Nun ging er weiter; er ging und ging und musste gehen ohne Rast und Ruhe die ganze Nacht hindurch, ohne je zu wissen, wo er sich befinde, und, als am Morgen zu Attinghausen die Betglocke läutete, sah er sich in Schweiss gebadet, abgehetzt und abgemüdet, drei Stunden ob Attinghausen zu hinterst in der Waldnachter Alp. Aber von seinen sündhaften Gängen war er geheilt. Er hat es selber seinen Nachbarn und einer von ihnen mir erzählt. Ähnlich erging's dem Voggä-Heiri ennet der Märcht.
Frau Arnold-Gisler, Bürglen, 50 J. alt, u.a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.