Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Fuchs und die Goldhöhle

Land: Schweiz
Kanton: Uri
Kategorie: Sage

Der alt Schachler von Schattdorf hatte auf einen Fuchs geschossen und glaubte, ihn getroffen zu haben; als er ihn aber holen wollte, lief der Rotröckler davon, dem Rynächt zu, und schlüpfte dort in eine Felsenhöhle. Der Schachler war auch nicht faul und kroch dem Entflohenen nach bis weit in das Innere des Berges. Auf einmal erweiterte sich die Höhle, und der Jäger stand in einer weiten Kammer. Da hingen respektable, glänzende Goldzapfen von der Decke herab. Diese schienen unserm armen Schachler in die Augen; er eilte daher rasch nach Hause, um Sack und Pickel zu holen, zeichnete aber weithin sichtbar den Eingang der Höhle, um bei der Rückkehr nicht mit Suchen Zeit zu verlieren. Wer aber trotzdem die Höhle nicht mehr finden konnte, das war der Schachler. Ich denke, am Suchen hat er's nicht fehlen lassen.

Frau Gamma-Gamma, 80 J. alt

Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945,

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.