Verstecktes Geld riechen
Die Franzosen, als die im Lande waren, ja, da konnte man Meitli und Geld vor ihnen verstecken, wie man wollte, die haben alles »g'schmeckt« (gerochen), nur nicht, was hinter oder unter Wasser verborgen war.
Pfr. Arnold, Schächental
Andere sagen, Geldschätze habe man vor den Franzosen in rinnendes Wasser verstecken müssen, und erzählen: Ein Schmied habe zu jener Zeit sein Geld unter dem Ambos verborgen. Da kam ein Franzos in die Schmiede und sagte: »Guter Mann, ihr habt euer Geld schlecht versteckt.« Der Schmied wollte leugnen, aber der Franzos entgegnete: »Ihr habt es unter dem Amboss; ich sehe es. Aber ich will euch einen guten Rat geben. Hüllet es ein und leget es in rinnendes Wasser, dann werden sie es nicht finden.« Der Schmied tat so, hüllte sein Geld ein und hängte es an einem Bächlein an der Brawä auf und rettete es auf diese Weise.
Fr. Gisler-Arnold, 70 J. alt, Schächental
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.