Von Schätzen in Altdorf
Im Lusser'schen Hause in Altdorf, das ehemals dem hochangesehenen Landammann Thaddäus Schmid gehört hat, wurde zur Zeit des Einfalles der Russen und Franzosen Geld und Schmuck im Keller vergraben. Ein französischer Diener, der bei Landammann Schmid Faktotum war, hatte dieses Geschäft besorgt. Einige Zeit nachher verschwand er, und, als man in ruhigern Zeiten den Schatz ausgraben wollte, war er nirgends mehr zu finden. Als Landammann Thaddäus Schmid das Haus verkaufte, liess er im Kaufbrief eintragen, wenn jemals derselbe gefunden würde, so müsse er an die Familie Epp, als seinen rechtmässigen Erben abgegeben werden. Der Schatz kam jedoch nie zum Vorschein. Lange Jahre nachher sah ein Herr Lusser auf dem Estrich einen Mann in ganz alter Tracht, und da er ihn nicht kannte und nach Beschreibung niemand ihn kennen wollte, nahm man an, es sei der Geist des Franzosen Fränzels gewesen, der den Schatz gestohlen habe und nun wandlen müsse.
Fr. Oberst Epp-Schmid, 80 J. alt
Schätze sind auch verborgen in Geschwister Gammas Langmatte, ehemals Tanner'scher Wohnsitz; unter einem Nussbaum zu Allenwinden, wo Landammann Johann Zumbrunnen ihn vergraben und mit Kalk soll bedeckt haben, bevor er in den Krieg gezogen sei.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.