Schatzhütende Tiere (Schlösslein zu Seedorf)
Der Schatz im Schlösslein zu Seedorf wird vom Bösen behütet; aber am Karfreitag oder auch am Palmsonntag »under-em Passion, da müeß er drab, da müeß er fliäh«. »Meine Mutter hat vom Schopfli aus, wo wir daheim waren, jeden Karfreitag ein Tier, so gross wie ein Kalb, gesehen, das bei Beginn der Passion zum Schlosstor herauskam und sich unter einen Obstbaum in der Matte legte, bis die Passion in der Kirche gelesen war, worauf es wieder ins Schloss zurückkehrte.«
Hans Exer, 80 J. alt
Andere sagen bestimmt, es sei ein Hund gewesen, und erzählen das nämliche; doch sei er nur herausgekommen, wenn es unter der Passion ganz hell und keine Wolke am Himmel zu sehen war. Wäre jemand unterdessen ins Schloss hinein, so hätte er den Schatz gewinnen können.
David Imhof, 45 J. alt, u.a.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.