Kröte und Schatz
Beständig kroch in einem Hauskeller eine Kröte umher. Sie war gar nicht zu vertreiben. Endlich fragte der Hausbesitzer einen Geistlichen um Rat, und der sagte, da sei ein Geldschatz verlochet. Er solle nachgraben, aber dabei sich durch gar nichts stören lassen und, wenn er meine, das Haus stehe in Flammen, doch die Arbeit nicht aufgeben. Der Mann folgte dem Rate. Während er an der Arbeit war, richtig! da fing es ob ihm an zu prasseln und zu poltern, als ob das Haus verbrenne und zusammenstürze. Erschrocken, warf er sein Instrument weg und lief davon. Doch sah er jetzt, dass alles im Hause in Ordnung war; keine Spur von einem Brand! Der Mann ging wieder in den Keller hinunter, um die unterbrochene Arbeit von neuem aufzunehmen; aber der Geldschatz war noch viel tiefer gesunken.
Xaver Imholz, 50 J. alt, Schächental
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.