Das gesegnete Salz
Nach Schwanden kam einst eine Bettlerin und heischte etwas für den Hunger. Äs syg ferchtig und ferchtig äs eländs Wybervelchli gsy; mä hätt sellä mäinä, äs chennt nimmä gah vor Eländi. Die Mutter kochte ihm denn auch eine Suppe. Die argwöhnische Tochter aber tat heimlich ein klein wenig gesegnetes Salz hinein und brachte der Bettlerin die Suppe auf das Bänklein vor dem Hause. Wie aber die Mutter einige Augenblicke später wieder hinausschaute, war keine Bettlerin mehr da und stand die schöne Suppe unberührt auf dem Bänkli.
Theresia Gisler, 73 Jahre alt, Spiringen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.