Die Hexe auf der Oplilaue
Es war eine leide Winternacht. Im Boden regnete und in den Höhen schneite es. Die Leute zu Männigen, Buchen und Blümlismatt wachten. Da um Mitternacht hörten sie's jauchzen oben im Oplital und dann rief's: »Jetz chum-i-n-i de!« Ein furchtbarer Krach, und die Lawine brüllte durchs Oplital hinunter fast bis in die Reuss. Die Leute beteten. Als sie am folgenden Morgen die Lawine und den Schutt betrachteten, fanden sie ein altes rauchgeschwärztes Spinnrad, ein Ries Spielkarten, einen Kamm, Häftli, Knöpfe, Finken und eine Schrift, worin die Hexe, der diese Gegenstände angehört hatten, bekannte, sie sei durch das Gebet der Leute verscheucht und verhindert worden, noch mehr zu schaden.
Heinrich Walker
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.