Eisen und Stahl
a) Die Ursner hätten das Geheimnis, Eisen und Stahl zusammen zu bringen, gerne erfahren. Sie wussten aber, dass es eine Hexe im Dorfe kenne. Da verabredeten sie sich mit ihrem Pfarrer und mit einer Frau, die sich am Sonntag in der Kirche neben die Hexe setzen musste. Während der Predigt sagte der Pfarrer:
»Ysiri Herrä hend eppis erdacht,
Sy hend Ysen und Stachel z'sämä bracht.«
Da horchte die Hexe auf und murmelte halblaut, dass es die Nachbarin hörte: »Äch, da hend-s ämal miessä Sand dazue ha.« Jetzt war das Geheimnis verraten.
Josef Zgraggen
b) Eisen und Stahl »häuwt (schneidet) das Bees«: ist gut gegen alles Böse. Siehe auch die verschiedenen Sagen, in denen Sensen, Messer, Äxte, Beile eine Rolle spielen. Auch in der Volksmedizin sind sie von Bedeutung. Vgl. ferner Schweizer Volkskunde 9, 4 (Uri).
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.