Berner als Zauberer
Noch kein Haufen Jahre ist es seither, da hat eine Wassener Frau an zwei Berner Mandli Anken verkauft. Als sie nach einiger Zeit das Geld dafür forderte, wollten die Berner schon bezahlt haben, stellten sich aber zuletzt doch ein und zahlten, sagten aber zur Frau: »Lüeget de, mit weeler Hand das'r ds Gäld i Gäldseckel tiänt!« »Dänk mit d'r rächtä!« sagte sie und strich das Geld ein und versorgte es im Geldsäckel. Plötzlich waren aber die zwei Finger steif, mit denen sie die Moneten in die Börse steckte, und blieben so ihr Leben lang. Ich habe die Frau noch gut gekannt und die steifen Finger oft gesehen.
Katharina Gamma, 50 Jahre alt, Wassen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.