Der letzte Ritter von Rheinsberg
Der letzte Ritter von Rheinsberg
Westlich vom Rheinknie bei der Einmündung der Töss erhebt sich der bewaldete Rheinsberg. Darauf befanden sich vermutlich ein helvetisches Refugium, ein römischer Wachtturm und eine mittelalterliche Burg. Diese war nach der Sage einst bewohnt vom Ritter Arnold, dem Letzten seines Geschlechtes. Eines Abends wollte er mit seinen Töchtern noch etwas ausreiten, wobei er durch einen Hohlweg kam, in dem ihm eine verhärmte Frau mit einem Kind auf den Armen abpasste. Ritter Arnold hatte ihren Mann wegen eines kleinen Jagdfrevels einsperren lassen, und die Frau bat ihn nun unter Tränen um dessen Befreiung. Da sei, so wurde berichtet, der Tyrann so rasend geworden, dass er seine Bluthunde auf das Weib gehetzt habe, das samt dem Kindlein von ihnen zerrissen worden sei. Dann habe der herzlose Wüterich über die Leichen sprengen wollen, sei aber plötzlich von seinem Schimmel gestürzt und tot liegen geblieben. Noch lange nachher gab es In der Gegend Leute, die den berittenen Geist dieses letzten Rheinsbergers wollten gesehen haben.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Unterland
Hedinger, S. 20. Seine Quellen: Gedicht von Pfarrer A. Wild im 2. Bd. seines 1848 herausgegebenen Taschenbuches für Eglisau, S. 57; Binder, S. 127; E. Zehnder, Artikel (ohne nähere Bezeichnung) im „Wehnthaler“ vom 15. 01. 1945.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.