Adalbert von Waldhausen
Im Bachsertal liegt gegenüber dem „Erdmännliloch“ der Hof Waldhausen. Etwas südlich davon erhob sich im Mittelalter eine Burg, deren Ruine heute von der Kantonsgrenze durchschnitten wird, und die nicht zu verwechseln ist mit dem nahen Sitz der Ritter von Tal. In dieser Burg wohnten die Edelleute von Waldhausen. Einer der Ritter, den das Volk sogar Adalbert den Grossen nannte, muss nach alten Überlieferungen ein arger Zwingherr gewesen sein.
Einmal sperrte er einen Burschen, der ihm ein armseliges Häslein abgeschossen hatte, lange in den Turm. Des Knaben Grossmutter bat den Ritter, er möge doch den Enkel freilassen, weil er ihr Trost und Hilfe sei. Der Herr aber spottete ihrer und liess den Burschen nicht aus dem Gefängnis. Da schwur ihm die Alte Rache. Nach einem halben Jahre, nachdem die Grossmutter bereits gestorben war, befreite der Ritter den Jungen. Aber jetzt stellte sich auch die Rache ein, welche die Alte geschworen. Die Kinder, die des Ritters Adelberts Frau zur Welt brachte, blieben winzige Zwerge. Sie wohnten lange Zeit im Berge drin, und noch heute heisst ihre Wohnung „das Erdmännliloch“.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Unterland
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch