Die Hexe in Rickenbach
Die Hexe in Rickenbach
In Rickenbach hielt man eine Frau, „Fösterli Heiris", für eine Hexe. Man glaubte, wenn man ihr kuhwarme Milch gebe, ohne Salz beizumischen, so werde die betreffende Kuh, von der die Milch stamme, rote, d. h. blutige Milch geben. Man redete ihr nach, sie verzaubere das Vieh. Man will gesehen haben, wie sie in einer gewissen Nacht an den Wänden herumkroch. Sie hatte viel Sonderbares in ihrem Benehmen; nie ging sie mit anderen zu gleicher Zeit an die Arbeit. Gern trug sie Nastücher um den Kopf. Hatte sie viele umgebunden, so blieb, wie man glaubte, das Wetter schön; hatte sie keine, so rechnete man mit Regen. Man sagte, sie könne nicht sterben, bis ihr ihre Tochter das Hexenamt abnehme.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Winterthur und Weinland
Aus Vernaleken, S. 204; Corrodi im Zürcher Bauer, 22. 3. 1938.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.