Der Sigrist und die sieben Männer
Als eines Abends der Sigrist von Silenen vom Betenläuten heimkam, sagte er: »Jetzt werden in der Pfarrei sieben Personen nacheinander sterben, sechs kenne ich, aber den siebenten nicht. Wie ich nämlich zur Kirche ging, folgten mir sieben Männer nach bis auf den Friedhof; sechs waren mir bekannt, der siebente, der zweierlei Strümpfe anhatte, kam mir so bekannt vor, aber ich konnte ihn doch nicht »heimtun«. Bald hernach brach im Orte das Nervenfieber aus, sechs Männer nacheinander starben, alle, die der Sigrist an jenem Abend gesehen hatte. Ihnen folgte als siebenter der Sigrist selber im Tode nach und schloss die Reihe. Als man ihn vom Krankenlager in das Totenbett legte, da hatte er zweierlei Strümpfe an.
Christina Exer, 35 J. alt
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.