Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Andere Kündzeichen

Land: Schweiz
Kanton: Uri
Kategorie: Sage

1. Pfarrer Egger in Römerstalden ging einst spät in der Nacht von Morschach heimwärts, und weil er ein älterer Herr war, führte ihn der (1915) noch lebende Wirt von Römerstalden am Arme. Als sie in der Nähe der Kemletzenkapelle waren, da wich der Pfarrer plötzlich seitwärts so weit als möglich aus, und weil der Wirt fragte, was er habe, sagte der Pfarrer, ob er es denn nicht sehe da mitten auf dem Wege. Erstaunt entgegnete der Wirt, er sehe nichts. Der Geistliche erklärte ihm, es liege eine Gestalt im Wege, und wenn er nichts sehe, sei es ein Kündzeichen, dass es an dieser Stelle bald ein Unglück gebe. Es vergingen keine 14 Tage, so wurde daselbst Knüppelholz herabgeworfen und dabei ein Mädchen erschlagen.

Schriftl. von Hrn. A. Schaller, Sisikon

2. In der Schreibstube eines Herrenhauses in Altdorf sahen sie einmal einen Säbel herumtanzen. Nicht lange nachher wurde dessen Besitzer, einer der Ersten aus der Obrigkeit von Uri, eines Morgens tot in seinem Bette gefunden (1845).

Agnes Arnold

Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.