Äs fählt nu meh, ass mä meint
Zu Wattingen, etwa eine Viertelstunde hinter dem Bergdörflein Wassen, lebten in einem Häuschen eine Stiefmutter und ihre Tochter einträchtig zusammen. Sie redeten viel von der Ewigkeit und machten miteinander aus, welches zuerst sterbe, solle zurückkommen und dem andern kund tun, was ihm noch fehle zum Eintritt in den Himmel. Die Stiefmutte starb zuerst. Eines Nachts kam sie zur Tochter, eiskalt, legte sich zu ihr in's Bett hinter ihren Rücken und offenbarte ihr: »Äs fählt de nu meh, ass mä meint.« Dann bat sie, noch acht heilige Messen für sie lesen zu lassen.
Franziska Kruog
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.