Gute Werke geschenkt
Von zwei guten, treuen Freunden, die viele Jahre einträchtig zusammengelebt, Freud und Leid miteinander geteilt hatten, kam der eine aufs Sterbebett. Da klagte er dem andern: »Ach, jetzt habe ich keine guten Werke!« Dieser tröstete ihn: »Ich gebe dir die meinen.« Später reute es ihn, seine guten Werke abgetreten zu haben, und er war darüber traurig. Da erschien ihm der verstorbene Kamerad und richtete ihn wieder auf, indem er ihm versicherte: »Die guten Werke, die du mir geschenkt, kommen auch dir zu Nutzen.«
Franziska Kruog, 70 J. alt, Wassen
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.