Der bestrafte Spötter
Auf der Alp Heitmenegg im Schächental war einer der Älpler ein furchtbarer Spöttler. Nichts war zu heilig für seine Spottsucht. Als er eines Abends, nachdem er gottlose Reden geführt hatte, die Bräntä an den Rücken nahm, um beim Brunnen Wasser zu holen, sagte er spöttisch: »I will gah, es wird mi hinecht wohl nä!« Es war nämlich gespenstig beim Brunnen. An jenem Abend erreichte ihn die Strafe. Er kam nie mehr zum Vorschein; weder Haut noch Haar wurde je von ihm gefunden. Nur seinen Kreuzfingerring warf es eines Abends in die Alphütte hinein.
Fr. Gisler-Arnold, Unterschächen, 70 J. alt.
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.