Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Verwünschungen

Land: Schweiz
Kanton: Uri
Kategorie: Sage

Auf Haldi lebte ein Mann, der furchtbar hart und unvernünftig mit seiner Frau umging. Einst, da ihre Niederkunft nahe bevorstand, schickte er sie noch zu einer schweren Arbeit. Sie wollte sich entschuldigen und wies auf das Kindlein, das sie unter dem Herzen trug. Er aber wurde nur noch wilder und brüllte sie an: »Ä, chum-mer doch nitt mit dynä Filänä!« Zur Strafe kam sein nächstes Kind mit zwei je einem Rossgrinde ähnlichen Köpfen zur Welt.

Ein anderer ebenso roher Gatte sagte in einem ähnlichen Fall: »Ja, d'r Tyfel hesch byn-d'r!« Da gebar die Frau eine Schlange.

Cäcilia Gisler-Walker

Auch das Toggeli sei ein verwünschtes Kind. »Dü Cheibä Toggel!« sagte ein Vater im Zorn zu seinem Kinde. Und da war es das Toggeli, das jetzt die Menschen plagt.

Peter Tresch, Silenen

Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.