Ein Gespenst
in des Schlossers zu Hospental nahm öfters, wenn die Mutter etwa auf der Stiege des gegenüberliegenden Nachbarhauses plauderte, ihr Kind aus der Wiege und kam mit ihm an das Fenster und tat da mächtig gross damit. Solches sehend, rief die Mutter: »Wart, i will d'r scho wider chu!« und lief in das Haus hinein, fand aber kein Gespenst mehr vor, und das Kind lag jeweilen unter dem Bette. Später hat man den Unhold in das Gässchen zwischen den beiden Häusern verbandisiert.
Anna M. Müller, 78 Jahre alt, Hospental
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.