Der graue Mann
In einem Hause auf der Spielmatt in Schattdorf kam eines Abends ein alter Mann mit grauem Bart, die Tabakpfeife im Munde, in die Schlafkammer der Kinder. Diese lagen in ihren Betten, waren aber noch wach. Der Mann wollte ihnen die Hand geben, aber sie fürchteten sich, steckten ihre Hände unter die Decke und fingen an zu schreien. Da verschwand der Eindringling. Der Vater, der auf das Geschrei der Kleinen herbeigeeilt war und dem sie alles erzählten, meinte: »Ja, besser ist's gewesen, dass ihr ihm die Hand nicht gegeben, sonst hätte er euch die Hände verbrannt.« Es war eine arme Seele.
Anna Herger
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.