In Klaryden
Ein Ratsherr begleitete einen Kapuziner, der in Erstfeld die Ehrenpredigt gehalten, nach Altdorf. Als sie auf dem Schächengrund anlangten, sahen sie ein Wybervölchli, das ihnen in aller Eile entgegen kam. Kaum erblickt, stand es schon vor ihnen. Der Pater merkte wohl, dass das kein gewöhnliches Weibsbild sei, und stellte es. Auf seine Anfrage gestand dasselbe, es komme aus dem Elsass und müsse »i Klarydä«, um dort Hitze und Kälte zu erfahren, denn diese, zwei Stücke habe es in seinem Leben nie leiden wollen.
Meine Erzählerin, von Riemenstalden, Kanton Schwyz, gebürtig, hat die Geschichte von einem in Riemenstalden angesessenen Erstfelder gehört und fügt bei: »Ysiri Müetter het mängisch zu ys Chindä gseit: du channsch den äu i Klarydä ga Hitz und Chelti durämachä.«
Frau Planzer-Gisler, Sisikon
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.