Der Geist in den Feuerflammen
Zu Flüelen lebte eine geizige Frau, die in allen Mauern Geld versteckte, ohne dass sie vor ihrem Tode ihr Geheimnis jemandem hätte offenbaren können. Einige Jahre nach ihrem Tode – es mögen jetzt etwa 30 Jahre seitdem verflossen sein – brannte ihr Haus ab, furchtbar rasch, und als das Feuer die Stube erreicht hatte, sahen die Leute ganz deutlich die verstorbene, geizige Frau, so wie sie im Leben gewesen, mitten in den Flammen. Alle riefen: »Lüeget da! die N.N.!« Der Pfarrhelfer Baumann von Flüelen (gest. 1922) war auch zur Stelle und wehrte und sagte: »Das sind Dummheiten! Haltet doch eure Mäuler!« – Aber es nützte nichts, er hatte zu viele Zeugen gegen sich.
Frau Gisler-Zwyssig, Isental
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.