Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Vergelts Gott

Land: Schweiz
Kanton: Uri
Kategorie: Sage

Man soll nicht mit »Danki Gott«, sondern mit einem »Vergelts Gott« danken. Im ersteren Falle hat es den Anschein, als ob wir den Herrgott schicken würden, für uns den schuldigen Dank abzustatten, und das ist doch eine unverschämte Zumutung. –

a) Eine Köchin hatte die Gewohnheit, »Danki Gott« zu sagen. Sie starb, und nach ihrem Tode war stets eine unsichtbare Hand ihrer Nachfolgerin beim Kochen behilflich. Einmal bei einer ganz besonders willkommenen Hilfeleistung sagte die Köchin: »Vergelts Gott!« Da rief eine Stimme: »Gottlob! jetzt bin ich erlöst! Auf dieses Wort habe ich eben warten müssen.« Aber seitdem liess sich der unsichtbare Gehilfe nicht mehr merken. Es war jene Köchin gewesen, die mit »Danki Gott« zu danken gepflegt hatte.

Maria Ziegler, Bauen

b) Das Gespenstle im Gitschenberg zu Seedorf, von meiner Erzählerin und ihrer Familie im Schächental nur »das Gitschätunggäli« genannt, pflegte alle Abende den Leuten im Hause beim Abwaschen zu helfen. »Merci«. Endlich: »Vergelts Gott« etc.

Frau Gisler-Bissig, Unterschächen

Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.