Teufel guckt hinter einem Berg hervor
Zwei hochgelehrte Geistliche stritten miteinander – hennt midänand g'stucket –; der eine behauptete, es gebe – Gott b'hiätis davor – einen Teufel, der andere leugnete es und meinte: »Wennd's einä gitt, so stellä vor-mi züechä!« Das wollte der erstere nicht tun und versetzte: »Nei, vor-di züechä stellä tüe-n-ä nitt, aber das wili machä, das-er hinderem Stock virälüegt.« »So mach's!« forderte der Ungläubige. Und jetzt grinste der Gehörnte wirklich hinter dem nächsten Berggipfel hervor; der ungläubige Geistliche stürzte aber auch vor Schrecken tot zu Boden.
»So hennt-s-es alligs verzellt; ich verzelle's de, wiä-n-i's g'heert ha.«
Zacharias Zurfluh, Erstfeld
Quelle: Müller, Josef: Sagen aus Uri 1-3. Bd. 1-2 ed. Hanns Bächtold-Stäubli; Bd. 3 ed. Robert Wildhaber. Basel: G. Krebs, 1926, 1929, 1945
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.