Das Oppliger Bergli
Zu Füssen der steil abfallenden Falkenfluh dehnt sich eine weite, fruchtbare Ebene aus, in die die Dörfer Oberdiessbach, Brenzikofen, Herbligen und Oppligen hineingebettet liegen. Mitten in dieser Fläche erhebt sich als einsamer Höcker das Oppliger Bergli, über dessen Entstehung schon oft hin und her geraten worden ist.
Als vor vielen hundert Jahren die Stadt Bern erbaut wurde, geriet der Teufel darob dermassen in Zorn, dass er beschloss, die junge Stadt mit Gewalt zu zerstören.
Auf der Falkenfluh trug er gewaltige Steinblöcke zusammen, um die Stadt damit zu bewerfen. Wie er aber die Wirkungslosigkeit der einzelnen Blöcke erkannte, brach er in furchtbarer Wut an der Falkenfluh ein mächtiges Stück des Berges los und schleuderte es bernwärts. Zu diesem grossartigen Wurf muss ihm aber die Kraft versagt haben; denn schon in der Oppliger Ebene fiel der Block zu Boden und bildet seither das Oppliger Bergli. An der Falkenfluh will man noch vor Jahren an einzelnen Stellen deutlich die Spuren der Teufelskrallen erkannt haben.
Emmentaler Sagen, Hermann Wahlen, 1962 Gute Schriften Bern
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.