Vo Sargnegel
Vo Sargnegel
Wie’s im vierzähni mit de Rosse gangen isch, weisch. Do isch eine gsi, wo-n-es bravs Ross het gha; i will ne nid namse. I han ihm gseit: „We de d’Kumission chunnt, muesch es de gä.“ Seit er. „Nei, wäger nid.“ „Jo, allwäg nid. Emel anger Lüt müesse söttegi gä.“ „Aber i tue’s nid. I schlon ihm drei Sargnegel in e Huef, wo mer dr Sigerischt gä het; de isch es stocklahm u das uf d’Minute.“ „U de, we’s de ume wosch bruuche?“ „He, de zieh se wieder use.“
Ein Diebsbann aus dem Rohrbachgraben enthält die Weisung, Nägel aus einer Totenbahre zu nehmen, um den Dieb zu schädigen. Einen Zauber. der auf der gleichen Vorstellung beruht. will der Besitzer des Pferdes ausüben. Die Vorstellung von der unheimlichen Macht der Toten mag diesen Glauben beeinflusst haben; in Wirklichkeit dürfte er wohl auf eine andere Vorstellung zurückführen: der Tod wird als eine Art Seuche gedacht; er geht über auf den Sarg und auf die Bahre; etwas von ihm überträgt sich auf die Nägel, die darum eine tötende, zum mindesten eine lähmende Wirkung ausüben.
M. Sooder, Sagen aus Rohrbach, Huttwil 1929
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.