Der Steinregen im Rumstal
Der Steinregen im Rumstal
Zwischen Wülflingen und dem dranstossenden Berg liegt ein wüstes, ödes Tal, das Rumstal genannt. Eine Frau aus Tuttwil ging mit ihrer Tochter dorthin, um Weidenschösslinge abzuschneiden. Da hörte das Mädchen ringsum Steine fallen, geriet dadurch in Furcht, man werfe nach ihm, sah aber niemand und floh zu seiner etwas entfernten Mutter, der es klagte, man habe mit Steinen nach ihm geworfen. Die Mutter bemerkte dazu, sie höre ebenfalls um sich her Steine fallen. Schaudernd flohen beide zum Meier, den sie wohl kannten und auch ohnehin hatten besuchen wollen. Sie klagten ihm, was ihnen zugestossen sei. Der lachte und sagte, ihm sei solches schon oft begegnet, wenn er an einem Fronfastentag dort gearbeitet habe; das Vieh werde dann auch ganz scheu, so dass man jede Arbeit aufgeben müsse.
Quelle: K. W. Glaettli, Zürcher Sagen 1970, Winterthur und Weinland
A.Oberholzer, Thurgauer Sagen Frauenfeld 1912, Seite 42. Seine Quellen: Pupikofer, Thurgauische Beiträge, Heft 35 Seite 80 und J. Nater, Geschichte von Aadorf.
Der Steinregen ist hier nicht Strafe für Übertretung kirchlichen Arbeitsverbotes, sondern Mahnung, vom unzeitigen Werke zu lassen. Er stellt sich damit an die Seite des Steinfalles anlässlich Schatzgräberei.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.