Der Ring auf dem Egliswiler Berge, oder Homisen
Auf dem Berge hinter der Heidenburg liegt um die Wurzeln einer Eiche unterirdisch gespannt ein Ring aus purem Golde. Er wiegt mehr als das grösste Haus in Egliswil, liegt aber unerreichbar tief; zum Glücke der Gegend. Denn wird ihn je eine menschliche Hand berühren, so verschwindet er sammt der Eiche in den Boden hinein und aus dieser Höhlung hervor drängt sich ein ungeheurer Strom, der das ganze Thal unter Wasser setzen und so den alten See wieder herstellen würde, der früher den Aargau bedeckt gehalten hat. Er hat Hom-Isen geheissen, und von ihm stammen die vielen Homberge unsers Kantons her; so wenigstens leitete der Bannwart den Namen ab, als er Vorstehendes berichtete. Eine Stelle dieses Berges heisst man das Rothe Hüsli, eine andere im Walde die Metzg'. Hier geschah ein dunkler Gräuel, in Folge dessen es heute noch spukt.
Quelle: Ernst L. Rochholz, Schweizer Sagen aus dem Aargau, Band 1 Aarau, 1856
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch