Drei Riesenbrüder kegeln
Während einmal die jungen Burschen von Selzach (Solothurner Amtei - Leberberg) auf ihrer Kegelbahn spielten, traten drei fremde bärtige Männer in ihre Mitte und boten ihnen ein Wettkegeln an. Die Selzacher willigten ein, jeder Wurf sollte eine Maß Wein gelten. Sobald die drei Fremden erst warm geworden waren, schienen sie sich aufzurichten zu übernatürlicher Größe und Stärke, Kugel um Kugel entsandten sie mit solcher Gewalt, daß man im Tale das Rollen des Donners zu hören glaubte. Die Kugeln fuhren weit über die Dorfbahn hinaus und den Jura hinan, die einen wieder zurück, die anderen fort über den Berg durch die Tannenwälder bis ins jenseitige Tal: Und noch heute sieht man an der Bergwand von Betlach bis Grenchen die langen schnurgeraden Felsrisse, die der Lauf der Kegelkugeln sich gebahnt hat. Die Selzacher mußten das Spiel bezahlen. Als aber aller vorhandene Wein ausgekegelt und vertrunken war, begaben sich auch die drei langbärtigen Hauptkegler zur Ruhe. Woher und wohin sie kamen, weiß man nicht. (Bieler-Handels-Courier, 9. Septb. 1859.)
Sage aus Selzach
Band 3.1, Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Leipzig 1962
Ausschnitte aus dm 5. Kapitel, S. 58 - 57
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.