Die Verwünschung des Zyprion
Einst fand man diese, den Milchkühen so gesunde Pflanze häufig auf den Alpen. Eine Sennerin, die man als Hexe fürchtete und die zu andern (Un)tugenden noch Trägheit besass und das viele Melken für Plage hielt, rief einmal ihren Hexenfluch die Alp hinunter: «Verflucht seien Zyprion und Mutteren!» Ein vorübergehender alter Priester wollte den Fluch zunichte machen und rief: «Gott behüte die Muttern.» (Der gute Mann hörte schlecht und hatte den Zyprion überhört.) Weil er aber Gott wohlgefälliger war als die Hexe, wurden die Muttern gerettet und der überhörte Zyprion erlag dem Fluche.
Aus: U. Brunold-Bigler, Die Sagensammlung der Nina Camenisch, Disentis 1987, mit freundlicher Genehmigung der Autorin.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.