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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Schweine im Rebstock

Land: Schweiz
Kanton: Aargau
Region: Zurzach
Kategorie: Sage

Auf dem Wege von Zurzach nach dem benachbarten Dorfe Rietheim kommt man zu einem mit Mauern eingefassten Grundstück, das ein alter Kirchhof sein soll. Man behauptet, nur ein einziger Mann, ein Franzose, der hier im Zweikampfe fiel, sei hier begraben. Ein Schwein kommt zu Winterszeit aus dem Zurzacher Hause „Zum Rebstock" um das Häuserviertel herum und geraden Wegs hieher. Was es hier tue, weiss man nicht, es ist ihm, wie der Zurzacher Nachtwächter hierüber sagte, noch niemand nachgegangen, weil mit diesem Tiere übel auszukommen ist. Andere meinen, hier liegen die Franzosen und die Kaiserlichen begraben, die sich einst in der Gegend von Zurzach in tagelangen Gefechten geschlagen haben. Vielleicht dass jenes Wirtshaus, nun zum Rebstock genannt, ehemals zur Sau geheissen.

In Basel, erzählt Wachsmuth, Gesch. deutsch. Nationalität 1, 139 hatte ein Haus gleichfalls die Inschrift: 

Auf Gott allein ich vertrau

Und wohne in der alten Sau.

Quelle: Ernst L. Rochholz, Naturmythen, Neue Schweizer Sagen, Band 3.1, Leipzig 1962     

Abteilung Sturmtiere 1. Kapitel Gespenstische Dorftiere  30. Schweine im Rebstock  S. 97 - 97

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch