Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Geschichten aus Merligen

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Das Dorf Merligen liegt am Thunersee zwischen der Beatushöhle und dem Schloss Ralligen.

An den Rebhalden bemerkt man ein geflecktes Erdreich. Zwischen dem Grün der Pflanzenwelt ist die gelblich abgestorbene Farbe des Herbstes auch mitten im Sommer schon sichtbar.

Die Volkssage berichtet von tödlicher Feindschaft zweier Brüder. Der Satan, in dem Streite geschäftig, brachte Gift und liess es niederträufeln zur Erde. Da blieb für ewig versengt und unfruchtbar, was von dem Gifte berührt worden.

Man erzählt den Merligern nach, sie hätten einen Salzacker, wo sie vor Jahren in bester Zuversicht Salz gesäet.

Auch andere Streiche bürdet man ihnen auf. Einen am Wasser stehenden, übergebeugten Nussbaum wollten sie tränken und hängten sich in langer Reihe an die Füsse des Bürgermeisters, der oben den Wipfel des Baumes umfing.

Theodor Vernaleken: Alpensagen - Volksüberlieferungen aus der Schweiz, aus Vorarlberg, Kärnten, Steiermark, Salzburg, Ober- und Niederösterreich, Wien 1858

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.