Die Kristallgräber
Die geschicktesten Kristallgräber waren die Väter Kapuziner. Einstmals hatten sie am Eigen bei dem Rotstock durch magische Künste ein Kristallgewölbe entdeckt, das viele, viele Klaftern tief im Berge drin war. Sofort begannen sie nach der Richtung hin, wo das Kristallgewölbe lag, einen Stollen zu graben. Kaum aber in seine Nähe gelangt, erhob sich ein Rumoren und Poltern in dem Berg, das sich keiner zu erklären wusste. Als aber das Gewölbe zu Tag lag, ward es ihnen klar. Kein einziger Kristall fand sich in ihm vor. Die Erdmännchen hatten sie alle weggeräumt und sich mit ihnen tiefer in den Berg hineingeflüchtet. Daher jener Höllenlärm entstanden war.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen, Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch