Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Hexen im Foferenwalde

Land: Schweiz
Kanton: Bern
Kategorie: Sage

Nicht weit vom Dorfe Tschugg am südlichen Abhange des Jolimont liegt ein Wald, der Foferenwald. In diesem Walde ist es nicht geheuer und ereignen sich darin gar wunderbare Dinge. Geht man durch ihn hindurch, so fällt es einem oft bleischwer auf die Glieder, dass man weder vor- noch rückwärts schreiten kann und die Füsse minutenlang an eine Stelle gefesselt sind. Ist dann die Angst auf das höchste gestiegen, erschallt plötzlich ein Gelächter, das durch alle Tonarten höhnisch von Baum zu Baum wiederhallt. Dies soll von den Hexen herrühren, die in den vielen Eichen, welche dort herumstehen, wohnen und auf diese und noch andere Art ihr schadenfrohes und boshaftes Wesen kundgeben.

Oftmals hört man auch, wie von diesem Walde ein wilder Lärm das Tal herab tönt und sich dann durch die Lüfte nach dem Jolimont hinauf, nach der Nordseite hinzieht, wo der sogenannte Heidenstein liegt. Rüdengebell und Peitschenknall, das man ganz deutlich aus dem sonst verworrenen Geräusch heraus vernehmen kann, lassen ausser Zweifel, dass dies die wütende Jagd ist. Auch liegen dort viele Heiden begraben, welche an diesem Geisterspuk auch mit schuld sein mögen.

C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen, Leipzig 1854.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch