Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Der Riese Gargantua

Land: Schweiz
Kanton: Freiburg
Kategorie: Sage

Bevor der heilige Donat, Erzbischof zu Besançon das Greyerzerland zum Christentum bekehrt, hatte dort ein ungeheurer Riese seinen Wohnsitz aufgeschlagen, welchen das Volk jener Gegend in seiner heidnischen Verblendung als Götzen verehrte und anbetete. Dieser Riese war der Riese Gargantua. Grösser als die himmelstürmenden Titanen, soll dieser Riese mit dem einen Fusse auf der Spitze des Birrenberges, mit dem andern auf der des Gibloux gestanden und sich niederbeugend die Saane so vollständig ausgetrunken haben, dass ihr Bett drei Tage hindurch trocken blieb. Während dieser drei Tage habe er, so erzählt die Sage, mit seinen gewaltigen Händen von den Felsen links Felsblöcke abgebrochen und mit denselben das Fundament und die Grundpfeiler zu der Brücke bei Pont-la-ville gelegt, so dass den Menschen ihre Vollendung dann ein Leichtes gewesen sei.

C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen, Leipzig 1854.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch