Erzählen
wirkt Wunder

Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Peter Geel von Vild

Land: Schweiz
Kanton: St. Gallen
Kategorie: Sage

Ein Bürger aus Vild bei Sargans kam spät Abends von Mels über das Feld gegen Sargans. Beim steinernen Kreuze fing er einen nicht sehr scheu tuenden Fuchs, und schloss ihn in den leeren Sack, den er über die Schulter trug. Wie er dem Stadtgraben (d. h. dem Graben, der das ehemalige Stadtgebiet vom Melserschen trennte) und dem steinernen Steg nahte, rief eine Weiberstimme von der waldigen, bereits dunkeln Passatiwand herab: „Schwester, chumm jez!" – Wie erstaunte der Geel, als eine ähnliche Stimme auf seinen Schultern jammerte: „I cha nit; i bi in ds Peter Geelen Sack!“ („Ich kann nicht; ich bin in Peter Geelens Sack!“) – Entsetzt warf er die Bürde weg und befreite die Unholdin, die mit gesenktem Schweife den Weinbergen und Passati zurannte.

C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.