Der Pfaffenkellerin Tapp
Bekannt ist, wie zu Anfang des 15. Jahrhunderts in den Schweizerstädten gegen die Haushälterinnen der Geistlichen, Pfaffenkellerinnen, geeifert wurde, die man wohl nicht ohne Veranlassungen wegjagte und beim Wiedererscheinen ohne Gnade in die Türme steckte. Im Volke aber entstand die Sage, wie Eine 10 Jahre lang Pfaffenkellerin sei, falle sie dein Teufel anheim, wenn sie sich nicht lösen könne.
Eine solche sollte zu diesem Behufe von der Sarganser Bergkette auf die melsersche, über ein ¼-Stunde breites Tal hinüber springen. Es gelang ihr aber nur bis an einen Rain unten in der Alp Tamons ob Mels, die den Sargansern gehört, wo ihr Fußtritt „der Pfaffenkellerin Tapp" noch in einem liegenden Felsstück jedem Besucher der Alp gewiesen wird.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.