Der bereute Fluch
Nicht so gut ging es einem andern Hirten, der einst sein wildes Vieh zum Teufel holen verwünscht hatte. Kaum war dieser gottlose Wunsch über die Lippen des Fluchers, so kam der Teufel in der Luft einhergebraust und stürzte ein paar Stück der schönsten Tiere über die Alpwand. Schon hatte der Teufel wieder ein Stück an den Hörnern, um es den andern zwei nachzusenden, da rief aber der Hirt, der seine Sünde erkannt reuevoll: „Herr Gott, ich war im Fehlen!“, und bekreuzigte sich dreimal. Diesem Spruche musste der Teufel weichen, die Alp aber, auf der dies geschah, heisst heute noch Im Fehlen.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch