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Die Stiftung für Märchen und Erzählkultur

Die Geister von Greifensee

Land: Schweiz
Kanton: Zürich
Region: Zürich, Greifensee
Kategorie: Sage

Im sogenannten alten Zürichkrieg im Jahr 1444 erlag das Städtchen Greifensee der Belagerung der sieben Orte der Eidgenossenschaft, nachdem seiner Besatzung, die aus 61 redlichen Männern bestand, an deren Spitze der tapfere Hans von Breiten-Landenberg, von dem Anführer  der Eidgenossen, dem Ital Reding von Schwyz, freier Abzug versprochen worden war. Dieses Versprechen wurde treulos gebrochen; unfern dem Dorfe Nänikon auf einer großen Wiese wurden sämtliche 61 Mann schmählich enthauptet. An der Stelle auf der Wiese, wo dies geschah, wächst seit jener Zeit kein Gras, auch soll alle Jahre am Jahrestag dieser Schandtat dort in der Nacht ein geisterhafter Zug gesehen werden, welcher, den treulosen Ital Reding in der Mitte, dreimal diesen Platz umschwebt und dann mit einem herzzerreissenden Schrei verschwindet.

C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.

Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.