Der goldene Brunnen bei Kloten
Unterhalb dem Pfarrdorf Kloten ist eine sumpfige Wiese, die Lachenwiese genannt, mit einem kleinen Weiher, der den Namen güldenes Tor oder güldenes Brünnlein führt. Hier soll einst von den Edlen von Kloten, die unweit ans dem sogenannten Homberg ihren Edelsitz hatten, zu einer Zeit da sie von ihren Feinden hart bedrängt waren, ein reicher Schatz, darunter ein großes goldenes Tor, versenkt worden sein. Dass dem aber wirklich so sei, beweisen nicht nur die Goldflitter, welche eine Menge große und kleine Quellen von dem Boden des Weihers emporsprudeln und die dort ein Jeder ganz deutlich sehen kann, sondern auch der Schatz selbst, der in gewissen Nächten samt dem goldenen Tore, das sich dann mit blendendem Glanze hoch über den Weiher erhebt, aus seiner Tiefe emporsteigt; den Schatz und das Tor aber sieht freilich nicht Jedermann, davon wissen nur Fronfastenkinder zu erzählen.
C. Kohlrusch, Schweizerisches Sagenbuch. Nach mündlichen Überlieferungen, Chroniken und anderen gedruckten und handschriftlichen Quellen., Leipzig 1854.
Eingelesen von der Mutabor Märchenstiftung auf www.maerchenstiftung.ch.